David Serbu - er liebte die Kunst und den Sport gleichermaßen

2009 starb David Serbu im Alter von 97 Jahren. Er war das älteste Mitglied der jüdischen Gemeinde in Aachen, welcher er 40 Jahre lang treu gedient hat. Dem Optimisten waren sein Humor, der Sport, das Malen und vor allem die Ehe mit seiner Frau Silvia wichtig. Er war auch im Alter noch offen für Neues und kaufte sich noch mit 90 Jahren seinen ersten Computer. Im Anbau seines Hauses hatte er sein Atelier eingerichtet, wo er gerne mit Öl-, Aquarell-, Pastell- oder Acrylfarben malte. Er liebte die Kunst und vergaß dabei oft die Zeit, sodass seine Frau ihn suchen musste.
David Serbu wuchs in Siebenbürgen auf, wo er schon als Kind das Klarinetten- und Oboenspiel erlernte. Damit half er auch, den Unterhalt seiner Familie zu bestreiten. Die Wirren des Zweiten Weltkrieges gingen auch an seiner Familie nicht vorüber, sodass er 1941 von der Organisation Todt in die Ukraine verschleppt wurde. Dort musste er hart in einem Steinbruch arbeiten. Mit noch 37 kg Körpergewicht floh er vor den Russen und lernte in Bukarest den Beruf des Malers und Grafikers. In derselben Stadt lernte er Silvia kennen.
David Serbus Leben in Deutschland
1961 gelang ihm und seiner Familie die Ausreise nach Israel. Sie blieben nur neun Jahre dort, denn David tat sich schwer mit der hebräischen Sprache. Danach beschlossen sie, wieder nach Deutschland zu ziehen, und wählten, wie viele andere Siebenbürger, Aachen als ihren neuen Wohnort. Es war jedoch schwierig für ihn, mit mittlerweile 60 Jahren noch eine Arbeit zu finden, was ihm aber schließlich doch noch gelang. Seinen Job als Schaufensterdekorateur übte er bis zu seinem 72. Lebensjahr aus. Danach richtete er sich ein Atelier ein, in dem er noch lange künstlerisch tätig blieb.




